Christenverfolgung

Die Christenverfolgung gehört auch im 21. Jahrhundert zu den aktuellen Themen

Christenverfolgung Deutschland

Christenverfolgung Deutschland

Die religiöse Überzeugung und der Glaube von Menschen ist seit Jahrhunderten ein Katalysator für Hass.

Dieser entlädt sich sowohl offen als auch hinter vorgehaltener Hand.

Wer heute an die Verfolgung von Gläubigen denkt, hat Bilder von öffentlich attackierten Juden oder auch die schwierige Position tibetischer Buddhisten in China vor Augen.

Das Millionen von Christen weltweit täglich mit einer vergleichbaren Angst vor Angriffen konfrontiert sind, ist dagegen in vielen Teilen der Welt ein sehr überraschender Fakt.

Angriffe auf Christen selbst oder christliche Kirchen mit dem Begriff „Christenverfolgung“ zu belegen, hört sich zuerst ein wenig absurd an.

Schließlich haben viele Menschen im Hinterkopf, dass das Christentum mit über 2,25 Milliarden Anhängern weltweit mit deutlichem Abstand vor dem Islam oder dem Hinduismus zur am häufigsten praktizierten Religion gehört. In den konkreten Situationen spielt diese Zahl jedoch keine Rolle.

Ein religiös motivierte Angriff kann in christlich geprägten Ländern wie Deutschland ebenso erfolgen wie in Staaten, in denen Christen innerhalb der Bevölkerung eine Minderheit bilden. Sich zu informieren und dem Thema der Christenverfolgung einen Raum für eine öffentliche Diskussion zu bieten, bedeutet daher nicht für eine Religion Partei zu ergreifen.

Die Augen gegenüber diesem Thema nicht zu verschließen, bedeutet lediglich ein Fundament zu bauen auf welchem alle Religionen den nächsten Schritt gehen können, um jedem Gläubigen ein Leben frei von Angst zu ermöglichen.

Der Hass reicht in einigen Fällen bis zur Tötung von Christen

Religiös motivierte Straftaten zu erkennen ist nicht immer einfach. Sogenannte Hassverbrechen passieren sehr häufig ohne Ankündigung und auch das Opfer und der Täter treffen nicht selten während der Tat das erste Mal aufeinander. Was dagegen bei einem Großteil der Verbrechen innerhalb der Christenverfolgung erkennbar ist, ist das schnelle Eskalieren der Gewalt.

Christenverfolgung weltweit

Christenverfolgung weltweit

Die Anfeindungen reichen von Pöbeleien auf der Straße beim Tragen einer Kette mit Kreuzanhänger bis zur Tötung des Opfers, da dieser als Christ in den Augen des Täters eine Provokation darstellt. Diese Verbrechen ereignen sich jedoch längst nicht mehr nur in Ägypten, Saudi-Arabien oder Nigeria.

In Deutschland wurden 2017 ebenfalls 100 Angriffe auf Christen zur Anzeige gebracht. Damals sorgte diese Zahl für ein hohes Aufkommen an Schlagzeilen in allen Bereichen der Medien. Dies ist auch der Tatsache zu verdanken, dass innerhalb der polizeilichen Statistiken Verbrechen im Rahmen der Christenverfolgung erst kurz zuvor zum ersten Mal statistisch erfasst wurden. Leider fällt in diese Statistik auch die Tötung einer christlichen Asylbewerberin nach einem Messerangriff.

Der ebenfalls aus Afghanistan stammende Täter hatte sich einzig durch die Bitte der Frau selbst zum Christentum überzutreten so beleidigt gefühlt haben, dass der Angriff die einzige Lösung dieses Problems darstellte. Obwohl dieses Beispiel extrem ist, findet sich seit Jahren unter den Asylbewerbern, die nach Deutschland einreisen Christen, welche aus Angst um ihr Leben nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können. Die Christenverfolgung gehört daher zu den Themen, die auch in Deutschland aus Angst vor verschiedenen Standpunkten nicht einfach ausgeklammert werden.

Zur Christenverfolgung zählen nicht nur körperliche Angriffe

Neben den direkten Angriffen auch Menschen mit christlichem Glauben werden auch christliche Gotteshäuser ins Visier genommen. Sowohl Vandalismus, wie die Zerstörung von Altären und christlichen Symbolen als auch Brandstiftungen dienen dazu die christliche Gemeinschaft zu schwächen. Bei dieser Form der Christenverfolgung ist eine sehr genaue Differenzierung der einzelnen Delikte erforderlich, um keine Tat unter falschen Voraussetzungen dem Verdacht der gezielten religiösen Verfolgung auszusetzen.

Bei Brandstiftungen ist dies besonders schwierig, da die Täter in der Regel nicht den Wunsch verspüren ihre Motivation offenzulegen oder sich zu den eigenen Taten zu bekennen. Anders verhält es sich bei terroristischen Anschlägen, wie zum Beispiel im Dezember 2017 als zwei Selbstmordattentäter in einer christlichen Kirche in Pakistan neun Gläubige mit in den Tod nahmen. Hier muss nach der Motivation nicht lange gesucht werden, da meist nur wenige Stunden später die ersten Bekennerschreiben veröffentlicht werden.

Beim Thema Glauben treffen selbst unter Nachbarn Welten aufeinander

Aufgrund seines Glaubens an Jesus Christus und die christliche Kirche Ablehnung oder Ausgrenzung zu erfahren ist nicht lokal begrenzt. Auf allen sechs Kontinenten und in so gut wie allen Ländern der Erde sind Fälle der religiösen Verfolgung von Christen bekannt. Die Christenverfolgung gestaltet sich dabei in einigen Regionen sehr viel selektiver als zunächst vermutet. Während Touristen mit einem christlichen Glauben sich in einem Land sicher aufhalten können, erfahren einheimische Christen bei einer Offenlegung des eigenen Glaubens deutlich negative Reaktionen.

Die Bedrohung durch den christlichen Glauben wird somit von diesen Personen anders gewichtet, wenn es sich um Menschen handelt, die sich nur kurzfristig im gleichen Land aufhalten, als einen Nachbarn zu beobachten, der seinen christlichen Glauben auslebt. Hier auf Spurensuche zu gehen, heißt oftmals nicht im hier und jetzt den Dialog zwischen den Religionen zu suchen, sondern zuerst eine Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen.

Viele Spannungen, die heute offen zutage treten haben ihren Ursprung in Konflikten die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte zurückreichen. Diese Wurzeln des Hasses zu erkennen ist mindestens ebenso wichtig, wie zum Wohle religiöser Minderheiten Brücken zu anderen Religionen zu bauen.

Toleranz wird mehr und mehr zu einem Begriff der eingefordert, aber nicht gewährt wird

Verschiedene Religionen innerhalb einer Gesellschaft zu vereinen ist seit jeher von Konflikten begleitet. Diese Konflikte führen sehr schnell zu verhärteten Fronten, wenn das Gefühl entsteht, dass die andere Seite nicht das notwendige Verständnis für die religiösen Gefühle des Gegenübers mit sich bringt. In diesen Situationen wird sehr gerne das Wort Toleranz benutzt, um Diskussionen mit schmerzlichen Inhalten möglichst bereits im Keim zu ersticken.

Diese Taktik ist kein deutsches Phänomen, sondern ist in der ein oder anderen Form weltweit zu finden. In Bezug auf die Christenverfolgung ist weniger Toleranz als Achtung und Respekt ein Weg aus der Krise. Wenn bereit ein Blick auf ein Kreuz oder eine Kirche ausreichend ist, um eine gewalttätige Reaktion zu motivieren, steht der Sinn aller Religionen auf dem Prüfstand. Wer die eigene Religion verehrt und achtet, sollte daher zumindest das Verständnis aufbringen, dass auch in anderen Religionen, Gläubige diese Werte für die eigenen Glaubenssymbole verspüren.

Unabhängig, ob es sich um Christen, Muslime oder Juden handelt steigt mit der gegenseitigen Achtung auch die Fähigkeit früher als Provokation gewertete Situationen mit anderen Augen zu betrachten oder schlicht zu ignorieren.

Das gefährlichste Element der Christenverfolgung ist das Schweigen

Die Verfolgung von Christen, die weltweit beobachtet werden kann ist weder mehr oder weniger gravierend als die Verfolgung anderer Religionen. Dennoch schmälert diese Tatsache nicht die Brutalität und Furcht, die mit jeder einzelnen Tat verbunden ist. Nicht weniger schmerzlich ist für jedes Opfer religiöser Verfolgung die Untätigkeit Umstehender oder auch das Schweigen der Politik.

Speziell in Deutschland werden problematische Auseinandersetzungen zwischen Religionen gerne unter den Teppich gekehrt, um nicht an die eigene Vergangenheit erinnert zu werden. Das führt im Umkehrschluss dazu, dass sich die Opfer der Christenverfolgung von der Politik im Stich gelassen fühlen. Einzig aufgrund der Tatsache Christ zu sein zum Opfer von gewalttätigen Auseinandersetzungen zu werden, wird auch vor Gericht oft nur unzureichend gewürdigt.

Beleidigungen werden entweder kaum geahndet oder mit einem anonymen Strafbefehl abgegolten. Damit ein Täter vor einem Richter steht, muss dem Opfer bereits ein massiver Schaden zugefügt worden sein. Der Rechtsstaat darf gerade in Bezug auf diese Taten nicht an seine Grenzen gelangen, sondern muss selbst aktiv demonstrieren, was passiert, wenn die Grenzen zur Verfolgung von Christen überschritten werden.

Eine kritische Betrachtung steht der Diskussion über die aktuelle Christenverfolgung nicht im Wege

Was alle Religionen eint, ist das Vertrauen, welches dem Glauben innewohnt. Obwohl niemand mit 100 % Sicherheit sagen kann, dass die eigene Religion wirklich die richtigen Antworten bereithält, ist der Glaube der einende Faktor jeder Religion. Auf diesem Faktor kann auch die Diskussion über die aktuellen Fälle der Christenverfolgung in Gang gebracht werden.

An dieser Diskussion können sich auch kritische Geister beteiligen, die sich sonst eher schwertun mit dem Gedanken, dass auch Christen aufgrund ihrer Religion Opfer von Verfolgung werden. Als erster Schritt hilft ein Blick auf diese Internetseite. Hier werden aktuelle Ereignisse vorgestellt, die als Informationsquelle oder zum Nachdenken dienen.

Ein Bewusstsein für dieses Thema in der Öffentlichkeit zu schaffen ist der erste Weg, um auch selbst in diesen Situationen nicht länger wegzusehen, sondern die Verfolgung von Christen klar beim Namen zu nennen.