Christenverfolgung Pakistan – Asyl für Asia Bibi in Deutschland

Demonstranten legen nach Freispruch das öffentliche Leben in Pakistan lahm – Nach Freispruch einer Christin Militär in die Städte gesandt

Christenverfolgung Pakistan – Wird das Militär benötigt, um die öffentliche Ordnung wieder herzustellen ist dies in jedem Land ein drastischer Schritt, der von keinem Regierungschef leichtfertig getroffen wird.

Christenverfolgung Pakistan

Christenverfolgung Pakistan

In Pakistan hat jetzt der Freispruch einer seit acht Jahren wegen Blasphemie inhaftierten Christin den Einsatz des Militärs erforderlich gemacht.

Nicht nur das Leben der Christin selbst war in akuter Gefahr, sondern auch die Richter, die den Freispruch fällten, wurden mit dem Tode bedroht. Neben der Blockade von Straßen und des Regierungsgebäudes wurden auch Plünderungen der aggressiven Menschenmassen beobachtet.

Dabei ist der Fall selbst, der bereits seit fast einem Jahrzehnt die Gemüter in Pakistan erhitzt, nur noch ein Symptom eines weitaus tiefer sitzenden Problems, in welchem die totale Intoleranz anderen Religionen gegenüber die Hauptrolle spielt.

Die Christin Asia Bibi steht im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen

Wie weit der Schnitt zwischen Muslimen und Christen in Pakistan fortgeschritten ist, zeigt auch die Berichterstattung über den Fall. Anstatt einzelnen Beteiligten wie den aufgebrachten Muslimen, der freigesprochenen Christin oder den Richtern einen Namen zu geben werden diese so anonym wie möglich dargestellt.

Über die Hintergründe der aktuellen Ausschreitungen ist dagegen nur sehr wenig bekannt. Vor mehr als acht Jahren soll die Christin Asia Bibi in einem Wortgefecht mit muslimischen Frauen den Propheten Mohammed beleidigt haben.

In Pakistan erfüllt dies den Tatbestand der Blasphemie, da der Islam im Land die offizielle Staatsreligion ist. Das Todesurteil für die Mutter von fünf Kindern sorgte jedoch schnell weltweit für Schlagzeilen und Empörung.

Die Entscheidung ist ein erster Schritt den Rechtsstaat von der Religion zu trennen

Seit dem Zeitpunkt der Inhaftierung von Asia Bibi entbrannte ein Machtspiel zwischen den lauten Stimmen in Pakistan, die eine schnelle Hinrichtung von Asia Bibi forderten und den internationalen Menschenrechtsorganisationen, welche auch über die Medien versuchten den Druck auf die Gerichte in Pakistan zu erhöhen.

Der Freispruch ist daher nicht wie im Urteilsspruch benannt wurde der nicht eindeutigen Beweislage zu verdanken. Vielmehr spielen auch weitere Gesichtspunkte wie zum Beispiel ausbleibende wirtschaftliche Beziehungen oder Hilfsleistungen für diese Entscheidung eine Rolle.

Gleichzeitig wird deutlich wie wichtig die Trennung von Staat und Kirche für einen unabhängig agierenden Rechtsstaat ist. Stehen Angeklagte einer religiösen Minderheit vor Gericht ist dies ein unersetzliches Fundament für einen fairen Prozess.

Die Macht der Masse erschwert das Leben der christlichen Minderheit in Pakistan

Aktuell sind zwei Prozent der Gesamtbevölkerung in Pakistan Christen. Das macht diese neben Hindus zu einer der religiösen Minderheiten im Land. In den letzten Jahrzehnten geriet Pakistan immer wieder mit Fällen von Christenverfolgung in die Schlagzeilen.

Einer dieser Anschläge auf Christen in Peschawar forderte das Leben von 85 Gläubigen. Die Verantwortung für dieses Blutvergießen trugen zwei Selbstmordattentäter, die mithilfe von Bomben ihrem Hass auf Christen Ausdruck verliehen.

Doch auch die Gesetze wie die Bestrafung von Blasphemie erschwert es Christen sich in Pakistan so sicher zu fühlen wie die Muslime des Landes.

Das sich diese Ausschreitungen gegen Christen auch in Zukunft wiederholen ist daher leider nicht auszuschließen. Das Leben für Christen in Pakistan wird wahrscheinlich immer schlimmer werden.

Der Staat Pakistan wird weiter massiv und verstärkt von fundamentalistischen Islamisten unter Druck gesetzt werden.